ANTWORTEN AUF IHRE FRAGEN

MAIL VOM 20.5.2017   

 

Hallo Andreas.

 

Danke für deine Fragen.

 

Warum gibt es keine Spuren der Hebräer in Ägypten, oder zumindest nichts wirklich Aufregendes oder Bekanntes?

 

Nun, als die Hebräer oder Söhne Israels nach Ägypten kamen waren es grad mal 66 Abkömmlinge Israels (Jakobs) ohne deren Frauen; zusammen mit Kindern also vielleicht 200 Menschen. Diese waren Viehirten und lebten ohne feste Behausungen; sie lebten aber als Nomaden in Zelten. Es gab also keine wirkliche "Kultur" wie Töpferei, Baustile oder dergleichen die typisch für sie gewesen wäre.

 

In Ägypten selbst lebten sie 430 Jahre wobei 400 Jahre in Unterdrückung und Sklaverei zugebracht wurden. Von Menschen dieses Standes kann man kaum die Entwicklung einer eigenständigen Kultur erwarten, vielmehr war es wahrscheinlicher, dass die ägyptische Kultur, Kunst, Religion und Denkweise sich festsetzte. Gut erkennt man das, da sie am Berg Sinai ein goldenes Kalb, beruhend auf den ägyptischen Apiskult herstellten um es anzubeten.

 

Bei den Ausgrabungen in Avaris, unterhalb von Rameses, kamen Begräbnisstätten und Rituale zum Vorschein die sich mit dem ägyptischen Begräbnisritus nicht decken. Dies ist vielleicht ein kleiner Hinweis.

Auch würden die ägyptischen Könige nur heroische Dinge über sich selbst verewigen lassen aber nichts über die Kultur der Sklaven die sie hatten und schon gar nicht irgendetwas im Bezug auf den Exodus mit seinen Folgen und Begleiterscheinungen (10 Plagen, Verlust der Sklaven, Niederlage der Armee).

 

Es gab damals auch noch keine Priesterschaft der Leviten mit ihren Opferritualen, keinen Tempel, Stiftshütte oder Schriften mit den Geboten Gottes oder dergleichen die Spuren hinterlassen hätten. Selbst der Name YHWH war ihnen vor dem Exodus unbekannt. Hier also irgendwelche Beweise für deren Anwesenheit zu erwarten ist eher unwahrscheinlich.

 

Zu deiner Frage der Pyramiden, nun, das AT und NT beschreibt hauptsächlich die Örtlichkeiten und das Leben der Israeliten vor und nach dem Exodus und beschränkt sich auf die tatsächlichen Begebenheiten vor Ort. Die Pyramiden wirken für uns ziemlich imposant, sie sind allerdings nichts anderes als Grabstätten für ägyptische Könige mit einem sehr "antibiblischen" Jenseitsglauben.

Sollte die Theorie mit Joseph und Imhotep stimmen wäre es die Zeit gewesen wo die Bautätigkeit der Pyramiden erst begann. Sollte Joseph zu den Zeiten Avaris gelebt haben wie andere meinen, dann war die Bautätigkeit der Pyramiden schon Jahrhunderte vorbei.

In jedem Fall wäre es nicht die Zeitspannen über die die Bibel berichtet.

 

Wenn Gott in der Bibel über Grabstätten schreibt sind es eigentlich immer Menschen im Zusammenhang mit Israel deren Begräbnisse beschrieben werden, bis hin zu Jesus.

 

Abgesehen von Götzenanbetung und was damit zusammenhängt beschäftigt sich Gott eigentlich nirgends mit der Kultur der verschiedenen Völker so wie wir das aus heutiger Sicht tun. Und obwohl wir die Pyramiden als großartige und gewaltige Bauwerke ansehen sind sie für Gott unwichtig. Die einzige Erwähnung eines großen Bauwerks ist der Turm zu Babel, und das war ja nicht unbedingt positiv.

 

Ok, das sind meine Gedanken dazu. Vielleicht nicht unbedingt von Bibelstellen strotzend aber zumindest mit nachvollziehbaren Vernunftschlüssen.

 

Hoffe es hat dir weitergeholfen,

Gottes Segen für dich, Andreas

 

Erwin